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Konjunktur- und Finanzmarktbild

Februar 2021

Neuer fiskalischer Stimulus in Sicht

Durch die weiterhin schwierige epidemiologische Lage wird die Fiskalpolitik auch in diesem Jahr wieder stark beansprucht werden.

Pictet Asset Management, 3. Februar 2021

In den ersten drei Wochen des neuen Jahres haben die globalen Aktien und darunter vor allem diejenigen der Schwellenländer wie auch die Rohstoffe ihren starken Preisanstieg vorgesetzt. Dagegen haben die Obligationen und der Goldpreis leichte Verluste hinnehmen müssen. In den letzten Tagen des Monats kam es aber zu einer Korrektur an den Aktienmärkten, so dass über den ganzen Monat hinaus der globale Aktienmarktindex leicht nachgab. Einzig die Aktien Asiens sowie der meisten Schwellenländer konnten den Monat mit klaren Gewinnen abschliessen.  

Relativ robuster Handel

Der globale Handel hat erwartungsgemäss unter den Folgen der COVID-19 Krise und der damit einhergehenden Rezession gelitten. Wie Grafik 1 aber zeigt, war der Rückgang der realen Weltexporte in der ersten Hälfte des letzten Jahres weniger stark als während der Finanzmarktkrise. Dass dies der Fall ist, obwohl der Rückgang des globalen Bruttoinlandsproduktes wesentlich ausgeprägter war als noch in 2008/2009, hat mit der Bedeutung des asiatischen Raumes für den globalen Handel zu tun. In Asien sind nämlich viele industrie- sowie exportorientierte Unternehmen zu finden, welche von der Pandemie weniger stark betroffen waren als die dienstleistungs- und meistens inlandorientierten Unternehmen wie diejenigen des Detailhandels oder der Gastronomie. Deshalb überrascht es auch nicht, dass viele asiatische Volkswirtschaften die COVID-19 Krise besser überstehen als diejenigen Europas oder Nordamerikas. 
Globaler Handel erholt sich

Pictet Asset Management, Datastream, 26.01.2021

Unser Vorlaufindikator für die globale Exporttätigkeit weist aktuell auf einen weiteren Anstieg des Exportvolumens. Es sieht danach aus, als ob die Angebotsseite der globalen Volkswirtschaft mit den gegenwärtigen Behinderungen des sozialen und ökonomischen Lebens gut umgehen kann. Das ist allerdings auf der Nachfrageseite weniger der Fall. So haben die erneut eingeführten Lockdowns in mehreren entwickelten Ländern die Konsummöglichkeiten der Bevölkerung reduziert und zu einem Rückgang der Einzelhandelsumsätze geführt (Grafik 2).  
Rückgang der Einzelhandelsumsätze in den Industrienationen

Pictet Asset Management, Datastream, 26.01.2021

Wie die verschiedenen Varianten des COVID-Virus zeigen, bleibt die epidemiologische Lage weiterhin schwierig, sodass weitere Verschärfungen oder Verlängerungen der Lockdowns nicht auszuschliessen sind. Deshalb wird die Fiskalpolitik auch in diesem Jahr stark beansprucht. In den USA haben die zwei Parlamentshäuser ein sogenanntes Entlastungsprogramm in Höhe von 908 Milliarden US-Dollar oder 4% des US-amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP) verabschiedet. Ein grosser Teil dieses bereits in der ersten Hälfte des laufenden Jahres implementierten Programms soll zu einer Einkommensverbesserung der Haushalte führen. Der neue Präsident hat zudem ein weiteres fiskalisches Programm in Höhe von 1900 Milliarden US-Dollar vorgeschlagen. Es ist zu erwarten, dass zumindest die Hälfte der vorgeschlagenen Summe vom Parlament angenommen wird. Bei einem fiskalischen Stimulus in dieser Höhe wird die US-Volkswirtschaft deutlich stärker wachsen als noch vor einigen Wochen prognostiziert. Folglich gehen wir davon aus, dass das US-amerikanische BIP in diesem Jahr um 5.5% wachsen wird.

Anlagepolitik auf Aktien ausgerichtet 

In unserer Anlagepolitik haben wir in den letzten Monaten unsere Positionen in zyklischen Sektoren wie Industrie oder Grundstoffe sowie in von der erwarteten globalen Konjunkturerholung profitierenden Segmenten der Substanztiteln erhöht. Wir halten weiterhin übergewichtete Positionen bei der Informationstechnologie, in chinesischen Aktien und im Schweizer Mid- und Small Caps Markt. Wir sind in Schweizer Obligationen deutlich untergewichtet, während wir in inflationsgeschützte Anleihen investiert sind.