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Smart Cities: Einblicke in einen unaufhaltsamen Trend

September 2018

5 Fragen an unseren SmartCity Fondsmanager

Ivo Weinöhrl Senior Investment Manager für Pictet-SmartCity erklärt warum der unaufhaltsame Urbanisierungstrend attraktive Investmentmöglichkeiten eröffnet.

Was macht eine „Smart City“ aus?

Kurz gesagt verbessert eine Smart City die Lebensqualität ihrer Bürger und sorgt dafür, dass der sich abzeichnende Urbanisierungstrend nachhaltig ist. Möglich ist dies, weil Smart Cities in der Lage sind, die von unserer zunehmend technologischen und vernetzten Welt generierten Daten zu sammeln, zusammenzuführen und zu analysieren und die daraus gewonnenen Erkenntnisse auf unseren Alltag anzuwenden – mit dem Ziel, die mit den Aktivitäten des Menschen verbundenen Herausforderungen zu bewältigen.

Warum ist dieses Thema für Anleger so relevant?

Auf der ganzen Welt müssen die Städte auf das rasante Bevölkerungswachstum reagieren und sich anpassen, um das Wohlergehen der Menschen zu schützen und die Umweltbelastung zu verringern. Damit dies möglich ist, müssen wir sie intelligenter machen. Aus diesen Herausforderungen ergibt sich eine Vielfalt an Investmentmöglichkeiten in ganz vielen Branchen. Unternehmen, die im Bereich Mobilität und Transport, Infrastruktur, Immobilien, nachhaltiges Ressourcenmanagement oder Dienstleistungen zur Unterstützung eines urbanen Lebensstils tätig sind – sie alle tragen dazu bei, dass dieser Wandel gelingt.

Und warum sind „Smart Cities“ die Zukunft? Gibt es nicht bereits überall auf der Welt umfangreiche (und teure) Infrastrukturen zur Unterstützung der Städte?

Zwei Worte: demografische Entwicklung. Die Weltbevölkerung wächst in schnellem Tempo und gleichzeitig ziehen die Menschen in die Städte, um mehr Chancen zu haben oder weil sie ihre Lebensweise verändern wollen. Diese Dynamik ist in den Schwellenländern besonders ausgeprägt, wo sich der Urbanisierungsgrad in den kommenden 30 Jahren an die Verhältnisse in den Industrieländern anpassen wird. Die traditionelle Infrastruktur wird schlichtweg nicht mehr ausreichen, um diesem Zustrom an Menschen gerecht zu werden. Citigroup schätzt, dass bis 2030 Investitionen von 2,1 Bio. USD pro Jahr nötig sein werden, damit 4 Milliarden Menschen in nachhaltige Städte und Gemeinden umsiedeln können.
Immer mehr Menschen ziehen in die Städte
Städtische Bevölkerung in Mio. pro Land
SmartCityUrbanReality.png

Quelle: Weltbank, 2016

Wo sollen die Geldmittel herkommen? Sind nicht viele Regierungen auf der Welt stark verschuldet?

Ja, das stimmt, aber gleichzeitig sind sie an verschiedenen Fronten gezwungen zu handeln. Zum einen sehen die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung, die 2015 festgelegt wurden, vor, dass bis 2030 einige unserer grössten Herausforderungen in Angriff genommen werden sollen, und bei dem Ziel Nr. 11 geht es ausdrücklich darum, Städte und Siedlungen integrativ, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu machen. Das wird die globale politische Agenda und auch Investments in den kommenden zehn Jahren bestimmen. Gleichzeitig wird der Ruf der Menschen rund um den Globus nach einer besseren Lebensqualität für sich selbst und ihre Kinder immer lauter – angefangen bei der Luft, die sie atmen, bis hin zu besserer medizinischer Versorgung. Aber angesichts dessen, dass es den Staaten an Überschussliquidität fehlt, wird ein grosser Teil der Investitionen in „Smart Cities“ aus öffentlich-privaten Partnerschaften oder direkt aus dem privaten Sektor kommen. Und das passiert bereits. Ein hervorragendes Beispiel ist die Stadt New York, wo der Umbau von alten Telefonzellen zu superschnellen, kostenlosen WLAN-Hotspots durch den Verkauf von Werbung finanziert wurde, die auf Displays an den WLAN-Stationen gezeigt wird.

Was hat ein solches Thema mit Investments zu tun?

Wir sehen bei diesem Thema drei vielversprechende Investmentsegmente:

  1. Aufbau der Städte: Unternehmen, die im Design, der Planung und dem Aufbau der Städte von morgen engagiert sind, mit dem Fokus auf Effizienz und Nachhaltigkeit.
  2. Bewirtschaftung der Städte: Unternehmen, die traditionelle, aber wesentliche Infrastruktur wie Wasserversorgung und Abfallmanagement, digitale Infrastruktur wie 5G-Kommunikations- oder Bezahlnetze sowie neue, effizientere Mobilitätslösungen bereitstellen.
  3. Leben in den Städten: Unternehmen, die Dienstleistungen und Lösungen für das urbane Leben des 21. Jahrhunderts anbieten, einschliesslich Wohnen, Arbeiten und Freizeitaktivitäten.

In allen drei Kategorien sind innovative Geschäftsmodelle anzutreffen, deren Wachstum und Erfolg durch die wachsende Bevölkerung und das allumfassende Ziel der Verbesserung der Lebensqualität des Menschen vorangetrieben werden.